Zum Hauptinhalt springen

2025: DER GRĂśNDLICHE EXORZISMUS EINES TEUFLISCHEN JAHRES

Von der Berliner Kaltzeit, dem Schweigen ĂĽber Gaza und dem ehrlichen Widerstand in unseren Kiezen.

  1. Dezember 2025. Endlich. Wenn wir heute durch die Stadt gehen, blicken wir in Gesichter, die gezeichnet sind. Ein Jahr, das uns die Masken vom Gesicht gerissen hat. Wir könnten jetzt über „Herausforderungen“ schwafeln oder andere Floskeln nutzen, um niemandem wehzutun.

Aber wir lassen es. 2025 war kein Jahr der Nuancen. Es war ein rassistischer, faschistoider Grusel. Eine Zeit, in der Empathie zum Schimpfwort wurde und wir zusehen mussten, wie die Grundfesten unserer Zivilgesellschaft bröckelten. Wir schreiben diesen Text nicht für das Archiv. Wir schreiben ihn als Austreibung. Damit wir 2025 endlich hinter uns lassen und 2026 mit einer Entschlossenheit empfangen, die groß genug ist, um wieder etwas Echtes aufzubauen.

Merz-Deutschland: Effizienz zur Waffe

Wir müssen über Berlin reden. Der Kanzlerwechsel im Frühjahr war ein eiskalter Systemwechsel. Friedrich Merz regiert Deutschland nicht wie ein Gemeinwesen, sondern wie einen Sanierungsfall nach einer feindlichen Übernahme. Unter dem Deckmantel der „neuen Realpolitik“ wurde ein Klassenkampf von oben entfesselt, der die soziale Statik unseres Landes dauerhaft beschädigt.

Spaltung als Methode. Das System Merz basiert auf der algorithmischen Sortierung von Menschen. Das „Arbeitsgeld“ ist kein Sicherheitsnetz mehr, sondern ein Disziplinierungsinstrument. Wer in Hamburg-Wilhelmsburg oder Billstedt heute zum Amt geht, trifft auf eine bürokratische Kälte, die keine Lebensumstände mehr kennt, sondern nur noch Kennzahlen.

Die soziale Differenzierung ist kalkuliert: Das Bürgertum wird mit Steuersenkungen ruhiggestellt, während Marginalisierte stigmatisiert werden. „Leistung“ ist hier nur ein Code. Er suggeriert, dass Armut ein Charakterfehler sei. Das ist der hässliche Geist eines Deutschlands, von dem wir dachten, wir hätten es hinter uns gelassen.

In Hamburg spüren wir das durch den totalen Rückzug aus der sozialen Infrastruktur. Bezahlbarer Wohnraum? Fehlanzeige. Während Milliarden in die Rüstung fließen, verrotten unsere Schulen. 2025 wurde „Mitgefühl“ politisch entsorgt.

Washington & die deutschen SteigbĂĽgelhalter

Seit dem 20. Januar 2025 ist das WeiĂźe Haus die Zentrale eines globalen Rachefeldzugs. Mit Trump ist der faschistoide Geist im Westen rehabilitiert. Aber das Schlimmste ist die deutsche Reaktion darauf.

Die AfD feiert einen Mann, der Frauen verachtet und Minderheiten als „Ungeziefer“ bezeichnet. Dass ausgerechnet jene, die sonst „Kinderschutz“ schreien, diesem moralischen Wrack zujubeln, entlarvt ihre verlogene Ideologie. Trump ist die Blaupause für das hässliche Deutschland, das die AfD 2026 auch hier etablieren will.

Das Versagen der Medien. Was wirklich zum Kotzen war: Die deutsche Medienlandschaft. Anstatt diesen Mann als das zu benennen, was er ist – ein Rassist und eine Gefahr –, haben Leitmedien ihn „analysiert“ und zum „Macher“ stilisiert. Diese Glorifizierung des Ekels ist ein Verrat an der Ethik. Wer Trump normalisiert, bereitet den Boden für den Faschismus im eigenen Land.

Gaza: Die offene Wunde

Man kann über 2025 nicht schreiben, ohne über die moralische Bankrotterklärung der Weltgemeinschaft zu sprechen. Das „Gaza-Abkommen“ vom Oktober ist in Wahrheit ein Dokument des organisierten Wegsehens.

Die menschliche Blindstelle. Wir müssen uns ehrlich fragen: Warum haben die völkerrechtlichen Warnungen in Deutschland so wenig politisches Echo gefunden? In der Logik von 2025 waren manche Menschenrechte universell, andere verhandelbar. Diese doppelten Standards haben das Vertrauen in unsere Demokratie bei einer ganzen Generation zerstört. Wenn wir 2026 wieder von „Werten“ sprechen wollen, müssen wir zuerst anerkennen, dass wir 2025 zugesehen haben, wie diese Werte unter Trümmern begraben wurden. Gerechtigkeit darf kein Privileg der Mächtigen sein – sie muss für jeden Menschen gelten, egal wo er geboren wurde.

Premium

Fundbureau

 
PremiumPopulär

Hans Kebab am Viktualienmarkt

 
Premium

Docks

 
Premium

HALO Club

 
PremiumPopulär

iismeer

 
PremiumPopulär

Café Pérola

 
PremiumPopulär

ÇADIR - Yeni Nesil Eğlence

 
2

Der KI-Knast: Ăśberwachung im Hamburger Alltag

Im September haben wir eine Grenze überschritten. Die KI-Videoüberwachung am Hansaplatz und Hachmannplatz ist ein Angriff auf die Freiheit. Der „Chilling Effect“ ist real:

  • Du sprichst leiser, weil Software deine Gestik analysiert.

  • Du wirst kontrolliert, weil du wegen Kreislaufproblemen taumelst und die KI dich als „auffällig“ markiert.

  • Du meidest Orte, weil du das GefĂĽhl des Beobachtet-werdens nicht erträgst.

Die Stadt wird zum sterilen Raum. Wir werden von Individuen zu Akteuren in einem digitalen Panoptismus. Unser Rat: Unterstützt Gruppen wie den „Chaos Computer Club“ oder „Digitalcourage“. Und vor allem: Nutzt den Raum! Seid laut, seid bunt. Besetzt die Plätze, bevor sie nur noch den Kameras gehören.

Gastronomie: Das Ende der Amateure

In Hamburgs Küchen wurde 2025 endlich aufgeräumt. Inflation und die volle Mehrwertsteuer waren der längst überfällige Filter für ein System, das auf Ausbeutung basierte.

Warum Amateur-Gastro der Stadt schadet: Es geht nicht um die Ausbildung. Es geht um die Glücksritter, die Gastro als Investment oder Geldwaschanlage sehen. Hamburg war überschwemmt von Läden, die mehr Budget für TikTok-Marketing hatten als für die Qualität ihrer Butter.

Diese lieblose KĂĽche ist respektlos gegenĂĽber dem Gast und dem Produkt. Wer Mitarbeiter wie VerschleiĂźteile behandelt und bei Zutaten auf billigste Industrieware setzt, ist 2025 krachend gescheitert. Wer ohne Herz arbeitet, hat 2026 keine Daseinsberechtigung mehr.

Professionalität als Akt des Widerstands. Wo die Lieblosigkeit geht, entsteht Platz für eine neue Ernsthaftigkeit. Die Gastronomen, die überlebt haben, sind die neuen Profis. Sie begreifen Professionalität als moralische Haltung.

  • Fragt nach: Woher kommt das Fleisch? Wie sind die Bedingungen?

  • Klasse statt Masse: Geht seltener essen, aber dort, wo das Geld bei den Erzeugern ankommt.

  • Direkt buchen: Keine ausbeuterischen Apps. Ruft an, geht hin.

Diese neue Gastro-Welt ist teurer, ja. Aber sie ist zum ersten Mal seit Jahren wieder ehrlich. Wir unterstĂĽtzen 2026 die Profis, die mit RĂĽckgrat gegen die allgemeine Verrohung ankochen.

2026 – Wir übernehmen jetzt

Machen wir es kurz: 2025 kann weg. Nimm deine rassistischen Algorithmen, die soziale Eiseskälte und diese feige Diplomatie einfach mit. Wir haben gesehen, was passiert, wenn man ein Land nach Excel-Tabellen steuert – es wird hässlich und einsam.

Du warst ein Jahr zum Abgewöhnen, aber du hast uns daran erinnert, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Unser Motto bleibt: Vielfalt auf dem Teller, Schmetterlinge im Bauch!

2026, wir sind bereit. Und wir sind verdammt wählerisch geworden